Quelle: Kirchengemeinde Hesel

Grusswort

Nachricht 01. Juni 2018
Pastor Bischoff
Quelle: Pastor Bischoff

10 Jahre Heseler Liudgeri - Stiftung

 „Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen, und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern.“ So lautet der Wochenspruch für den 9. Sonntag nach Trinitatis, an dem wir das 10-jährige Bestehen unserer Heseler Liudgeri-Stiftung feiern. Unser  Grundgesetz nimmt diesen Gedanken auf in Artikel 14 Absatz 2: “Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“ Im Unterschied zu einem radikalen Kommunismus schützt unser Grundgesetz also das Eigentum. Ähnlich wie beim Gebot „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“ soll es aber nicht rein egoistisch verwendet werden. Abschreckendes Beispiel dafür ist der reiche Mann in einem Gleichnis von Jesus. Der denkt weder an seine Mitmenschen noch an seine Verantwortung vor Gott. Nach einer Rekordernte meint er– in einem einsamen Selbstgespräch: „Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre; habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut!“ Was an sich ja nicht schlecht ist, wird zur tödlichen Sünde, wenn wir so leben, als wären wir allein mit uns und unserem Besitz auf dieser Welt, als würden wir selbstverständlich noch viele Jahre leben und als könnten wir unsere Sicherheit, Gesundheit und unser Wohlergehen auf unseren Besitz und unser Handeln gründen. „Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du angehäuft hast?! So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott.“ Das ist Gottes Kommentar und Urteil dazu in Lukas 12. Der Volksmund folgerte daraus „Das letzte Hemd hat keine Taschen!“ Weil das Gemeinsame wichtiger ist als das Einsame, fördert unser Staat die „Mildtätigkeit“: Wer für gemeinnützige Projekte Geld spendet, kann beim Lohnsteuerjahresausgleich Einiges von den Steuern zurückbekommen, die er oder sie zum eigenen Frust an den Staat gezahlt hat. Bei Zustiftungen an eine Stiftung bleibt das Gestiftete sogar als Wert erhalten, während mit den Zinserträgen gearbeitet wird. In den letzten Gemeindebriefen konnten wir bereits lesen, welch ein Segen die Zustiftungen und Spenden über die Heseler Liudgeri-Stiftung für unsere Kirchengemeinde waren - 3 AUS DER GEMEINDE und es bis heute sind. Ganz herzlichen Dank dafür! Ohne Sie und Ihre Zeichen der Verbundenheit wäre unsere Gemeinde um Einiges ärmer! Seit der Reformation wissen wir, dass wir uns mit Geld keinen Platz im Himmel erkaufen können. Das brauchen wir ja auch gar nicht: Jesus Christus bereitet diesen Platz bei Gott ja längst für uns vor. Er schenkt ihn uns sogar – wenn wir ihn auch annehmen. Weil wir uns nicht mehr ums eigene Seelenheil kümmern brauchen, will Gottes Geist unseren Blick für andere frei machen: Wo wir anderen Gutes tun, werden wir beim Freuen über die Freude des anderen „reich bei Gott“. Und Gott wiederum segnet uns gerne dabei – noch viel großzügiger als unser Staat das kann! Viel Freude daran wünscht

Ihr/Euer Pastor Stefan Bischoff