Quelle: Kirchengemeinde Hesel

Grusswort

Nachricht 28. Februar 2019
Pastor Bischoff
Quelle: Pastor Bischoff

Freud und Leid

Wie im Elbe-Weser-Dreieck der Butterkuchen mit geraspelten Mandeln genannt wird, heißt in Ostfriesland der Teekuchen mit Kokosraspeln: „Freud und Leid – Kuchen“. Bei Teetafeln essen alle ihn gerne – sei es nach einer Taufe oder einer Trauerfeier. Schon manch eine Familie erlebte beides mit nur einem kurzen Abstand: „Der eine kommt, der andere geht – so ist das Leben!“ höre ich dann oft. Sogar bei einem derart fröhlichen Fest wie einer Hochzeit denken wir an „Freud und Leid“ im gemeinsamen Leben, wenn das Paar einander treu bleiben will „in guten wie in bösen Tagen“.

Auch in der Kirchengemeinde liegen in den kommenden Wochen Freud und Leid dicht beieinander: In der Bibelwoche hören wir Vieles aus dem Brief des Apostels Paulus an die Philipper. Ein Theologiestudent soll einmal in seiner Bibelkunde-Prüfung gefragt worden sein, was er zum Philipperbrief wisse. „Freuet euch in dem Herrn allewege!“ antwortete er. „Und was wissen Sie noch dazu?“ „Und abermals sage ich: Freuet euch! Philipper 4 Vers 4.“ Auch bei ihm lagen offenbar Freud und Leid einer Prüfung dicht beieinander. Ähnlich erleben es sicher unsere Jugendlichen beim Konfestival, dem Vorstellungsgottesdienst und ihrer Konfirmation.

Bevor wir zu Ostern Jesu Sieg über den Tod feiern, erinnern wir uns in den Passionsandachten ein an seine Schmerzen, sein Leiden und Sterben. Dabei blicken wir in diesem Jahr auf Bilder des Isenheimer Altars von Mathis Gothard Nithard, genannt Matthias Grünewald. Der Altar steht heute im Unterlinden-Museum in Colmar im Elsaß. Seinetwegen wird dieses Museum nach dem Louvre am zweithäufigsten in Frankreich besucht. In der letzten Passionsandacht am 12. April um 19:30 Uhr singen Deike Gröttrup (Sopran) und Annemarie Busboom (Alt) zum Orgelspiel von Johann Busboom. Texte aus den Psalmen und Propheten sagen bereits die Schmerzen des gekreuzigten Messias voraus. Was er für uns heute bedeuten kann, beschreibt Gerrit Herlyn, früherer Pastor der evangelisch-reformierten Gemeinde in Leer in seiner Andacht „Warum de Mensken Jesus an´t Krüüz slon hebben.“ Lektorin Hermine Elsner wird sie zu Gehör bringen.

„Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich – so in Freude wie in Leid! Bei dir bleib ich, dir verschreib ich mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, auch des Rufs aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält.“ (Philipp Spitta, 1829)

Ihr/Euer Pastor Stefan Bischoff