Quelle: Kirchengemeinde Hesel

Grußwort

Nachricht 25. Mai 2020
Quelle:Hannegreth Grundmann

Wer kann unsere Kirche erhalten?

Obwohl sie Ostern erlebt hatten, trafen sich die Jünger und Jüngerinnen von Jesus sieben Wochen lang nicht mehr in der Öffentlichkeit. Hinter verschlossenen Türen kamen sie zusammen. Ihr Treffpunkt war das Haus in Jerusalem, in dem Jesus das letzte Abendmahl mit ihnen gefeiert hatte. Dort tauchte Jesus an zwei Sonntagen plötzlich zwischen ihnen auf. Doch dann kam der Tag, auf den er sie schon länger vorbereiten wollte: „Ich gehe zum Vater.“ (Johannes 1412c) hatte er ihnen erklärt. „Ihr seid nun traurig, aber wir sehen uns wieder! Dann wird euer Herz hüpfen vor Freude. Und diese Freude nimmt euch keiner mehr weg !“(Joh 1622)

Eineinhalb Wochen lang merkten seine Freunde nichts von solch einer Freude. Eine große Traurigkeit lähmte sie. Doch dann erlebten sie plötzlich Gottes Geisteskraft: Gott tröstete sie, wie einen seine Mutter tröstet. So wurden sie wieder froh und mutig. Mit Petrus gingen sie auf die Straße. Dort redete dieser Fischer so ergreifend, dass alle, die ihm zuhörten, erschüttert waren. Die Jüngerinnen und Jünger erlebten Veränderungen, die sie nie für möglich gehalten hatten: Die erste Gemeinde entstand und blühte auf. Sie war ein Herz und eine Seele.

Niemand dachte mehr stolz und hochmütig über andere und redete lieblos über sie. Stattdessen ließ Gottes Geistin sie erkennen, was sie anderen alles schuldig geblieben waren: an Liebe und Verständnis, Mitgefühl und Geduld, Zeit und Hilfe. Wer jemanden zutiefst verletzt hatte, bereute dies, bat um Vergebung und suchte die Versöhnung. Dadurch erlebten die Jüngerinnen und Jünger nun endlich diese Freude, die ihnen keiner mehr wegnehmen konnte.

In unserer Kirchengemeinde erleben wir zur Zeit starke Veränderungen – nicht nur durch den Coronavirus: Mitarbeitende, die unsere Gemeinde über viele Jahre stark geprägt haben, geben ihre Arbeit in andere Hände. Ihr Alter oder eine starke Erkrankung brin- 3 GRUßWORT Grafik´GEP gen sie dazu, ein neuer Lebensabschnitt oder neue Prioritäten, manchmal aber auch Enttäuschungen und Verletzungen der Seele.

Nun fragen wir uns vielleicht: Wie soll es jetzt weiter gehen? Wird jemand anderes bereit sein, sich an ihrer oder an seiner Stelle so stark in unsere Gemeinde einzubringen? Oder werden wir in Zukunft auf Wichtiges verzichteten müssen? Bricht jetzt alles wie ein Kartenhaus in sich zusammen? Wer kann unsere Kirchengemeinde am Leben erhalten?

Martin Luther schrieb 1539 an den Pastor in seinem Heimatort Eisleben: „Gott helfe uns, wie er unsern Vorfahren geholfen hat und unseren Nachkommen auch helfen wird, zu Lob und Ehren seinem göttlichen Namen in Ewigkeit. Denn wir sind es doch nicht, die da könnten die Kirche erhalten; unsere Vorfahren sind es auch nicht gewesen; unsere Nachkommen werden es auch nicht sein; sondern der ist's gewesen, ist's noch, wird´s sein, der da spricht: „Ich bin bei euch bis zum Ende der Welt!“ (Matthäus 2820), wie in Hebr.138 steht: „Jesus Christus, gestern, heute und in Ewigkeit“. Mit seiner Heiligen Geisteskraft tröste, stärke und ermutige uns der einzig wahre gute Hirte dieser Kirchengemeinde jeden Tag neu.

Ihr / Euer Pastor Stefan Bischoff .