Quelle: Kirchengemeinde Hesel

Grußwort

Nachricht 20. August 2020
Quelle:Hannegreth Grundmann

Wie Früchte in unserem Leben wachsen

Am 5. und 6. September werden 23 Jugendliche aus unserer Kirchengemeinde konfirmiert. Ihren Konfirmationsspruch haben sie sich selbst ausgesucht. Zu meiner Konfirmation entschied ich mich als Leitsatz für mein Leben für Psalm 1 2+3 als Konfirmationsspruch: „Wie glücklich ist, wer Freude hat am Gesetz des Herrn und sinnt darüber nach bei Tag und Nacht. Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit. Und was er macht, das wird gut.“

In Jeremia 17 7+8 steht dazu: „Gesegnet ist der Mensch, der sich auf den HERRN verlässt und dessen Zuversicht der HERR ist. Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hinstreckt. Denn auch wenn die Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht, sondern seine Blätter bleiben grün; und er sorgt sich nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufhören Früchte.“ Im letzten Jahr habe ich darüber gestaunt, wie grün die großen Bäume um unser Haus herum blieben, als viele Wochen lang die Sonne schien und kein Regen fiel. Leider warf unser kleiner Birnbaum dagegen alle Früchte wieder ab, die schon zu wachsen begonnen hatte. Er musste sich in der langen Trockenheit darauf konzentrieren, zu überleben und nicht zu vertrocknen. So kann es uns Menschen auch ergehen: In Krisen, unter Stress und in den „Durststrecken“ unseres Lebens müssen wir uns auf die wichtigsten Dinge beschränken, die wir zum Überleben brauchen. Anderes bleibt in dieser Zeit auf der Strecke. Wenn wir an die Grenzen unserer Zeit und Kraft stoßen, ist es umso wichtiger, dass wir nicht resignieren und aufgeben. Dann hilft es uns, wenn wir uns auf das besinnen, was unserem Körper und unserer Seele neue Kraft gibt: zum Beispiel genügend Schlaf, gesundes Essen, ausreichend Bewegung, ehrliche Gespräche, Dinge, die uns wieder Freude machen. „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jedem Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht.“ (5. Mose 8 3) So ähnlich sagt Wendys Bruder es im Peter Pan-Musical von Christian Berg: „Bücher sind Essen für die Seele!“ Darum tut es auch gut, in der Bibel zu lesen und die eigene Situation darin zu entdecken. Auch andere Bücher lassen uns neu erkennen und spüren, wie Gott in unsere ganz konkrete Situation hinein spricht. Bei einer Kur habe ich erlebt, wie ich dadurch neuen Mut und eine neue Perspektive für mein Leben fand. Das wünsche ich jeder und jedem einzelnen – und auch dieser ganzen Kirchengemeinde. Dabei lasse Gott die Früchte seines Geistes in uns wachsen: Liebe, Freude und Friede; Geduld, Freundlichkeit und Güte; Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung. (Galater 5 22). So manches davon würden wir ja am liebsten sofort in vollem Umfang erleben. Doch das Wachsen von Früchten braucht viel Zeit. Es gibt Früchte von Bäumen oder Büschen, die andere lange vor uns gepflanzt haben. Was wir anpflanzen, wird vielleicht erst jemand anderes später ernten. So habe ich das hier in Hesel erlebt. Gott lasse uns das auch weiter so erleben.

Ihr/euer Pastor Stefan Bischoff