Quelle: Kirchengemeinde Hesel

Grußwort

Nachricht 27. November 2020

Gott ist unser barmherziger Vater

Wer hätte das im März gedacht, dass unser Alltag auch im Dezember noch so stark von der Corona-Pandemie bestimmt sein würde! Das Virus hält sich hartnäckig, verbreitet sich nach wie vor und macht die Menschen krank. Auch das Weihnachtsfest wird von den Corona-Regeln bestimmt, und unsere Bewegungsfreiheit wird eingeschränkt. Und doch feiern wir Weihnachten. Als christliche Gemeinde feiern wir die Geburt Jesu, des Gottessohns. Wir feiern es, dass Gott Mensch geworden ist. Sicher, wir feiern das Christfest anders als in den vergangenen Jahren, anders als wir es gewohnt sind. Aber wir können fröhlich Weihnachten feiern. Als Kirchengemeinde versuchen wir, besonders in den Gottesdiensten die gute Nachricht weiterzugeben: „Euch ist heute der Heiland geboren!“ So geht dieses Jahr 2020 mit Corona zu Ende, und im neuen Jahr wird uns das Thema „Corona“ noch eine Weile begleiten. Wie in jedem Jahr gibt es auch 2021 einen Bibelspruch, der die Gemeinden durch das Jahr hindurch begleitet. „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“ (Lukas 6,36)

Gott ist unser barmherziger Vater. Das ist die Kernaussage dieser Jahreslosung 2021. „Gott hat ein Herz für uns arme Menschen“, so hat es jemand einmal ausgedrückt. Das bedeutet Gottes Barmherzigkeit. Wir Menschen, die oft meinen, wir hätten alles im Griff, erleben gerade auch in der Corona-Pandemie, dass wir doch nicht alles im Griff haben. Ein kleines, für das menschliche Auge nicht sichtbare Virus schränkt uns ein, macht Angst und wird für viele Menschen zu einer echten Bedrohung. Ja, wir sind wirklich arme Menschen. Das dürfen wir ruhig zugeben. Aber wir haben es mit einem starken Gott zu tun. Er begegnet uns wie ein liebevoller Vater. Er begegnet uns als einer, der ein Herz für uns hat. Wenn ich im neuen Jahr manchmal erlebe, dass ich am Ende bin, dass ich Angst habe, dass ich keine Kraft mehr habe, dann möchte ich mich an den star-ken Gott erinnern, der ein Herz für mich hat. Ich kann und darf zu ihm beten. Ich kann ihm sagen, was mich beschäftigt und kann damit rechnen, dass er meine Gebete hört und erhört. Er kennt mich und sieht mich mit meinen Ängsten und Sorgen im Blick auf das neue Jahr.

Weil ich es mit einem barmherzigen Gott zu tun habe, kann ich auch barmherzig mit meinen Mitmenschen umgehen. Barmherzig zu sein, bedeutet dann: Ich versuche, mich in mein Gegenüber hineinzuversetzen. Ich versuche, ihn zu verstehen, selbst wenn ich mich über ihn ärgere. Ich muss mich nicht immer durchsetzen. Ich kann getrost zurückstecken. Ich weiß ja, dass der starke, der barmherzige Gott für mich da ist.

Bernhard Berends, Pastor i.R.