Quelle: Kirchengemeinde Hesel

Grußwort

Nachricht 23. Februar 2021

Einladung auf Gott und sein Wort zu hören

Seit einem Jahr wird unser Leben mehr oder weniger von der Corona-Pandemie geprägt. Unser Leben, vor allem unsere Kontakte sind stark eingeschränkt. „Abstand halten“ ist seit 12 Monaten die Devise. Aber ich bin froh, dass wir als Kirchengemeinde den Kontakt halten können. Ein Gruß der Kirchengemeinde ist der Gemeindebrief. Auch ein Klick auf die Internetseite (www.kirche-hesel.de) zeigt: Die Gemeinde ist aktiv und versucht, so gut es geht, die gute Nachricht von Jesus Christus weiterzugeben.


Als Jesus auf einem Esel in die Stadt Jerusalem hineinritt, haben ihm viele Leute zugejubelt. „Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe!“, riefen sie aus. Einige Pharisäer, so wird in der Bibel berichtet, haben sich darüber geärgert. „Weise doch deine Jünger zurecht!“ forderten sie Jesus auf. Doch Jesus antwortete: „Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.“ Dieser Satz, Lukas 19,40, wurde schon lange vor Ausbruch der Corona-Pandemie ausgesucht. Aber ich meine, er bekommt gerade in dieser Zeit eine neue Bedeutung.


Ja, durch die ganzen Regulierungen wird manches zum Schweigen gebracht. Es darf in der Kirche nicht gesungen werden. Die Chöre und Gruppen der Gemeinde dürfen sich nicht treffen. Die Kontakte, auch die persönlichen Kontakte, sind stark eingeschränkt. Und doch erklingt das Lob Gottes. Es kann nicht zum Schweigen gebracht werden. Und wenn niemand die Stimme erhebt, dann sind es die Steine, die schreien, vielleicht die Steine der Kirche. Sie können nicht reden, erst recht nicht schreien. Aber die Kirche in Hesel mit ihrem gewaltigen Turm ist ein Zeichen: hier versammelt sich die Gemeinde Jesu. Hier feiern wir Gottesdienst. Hier loben wir Gott und beten ihn an. Hier bekennen wir uns zu Jesus Christus, dem Herrn über Leben und Tod, unserem Retter und Erlöser. Gut, wir müssen Einschränkungen hinnehmen, müssen Abstände halten und Masken tragen. Aber das Lob Gottes erklingt und wir können Gemeinschaft miteinander haben.


Gerade in dieser Zeit bin ich dankbar für die technischen Möglichkeiten, Got-tes Wort weiterzugeben und zu hören. Es gibt Andachten und Gottesdienste im Radio, im Fernsehen und im Internet. Unsere Gottesdienste in Hesel werden aufgenommen und über USB-Sticks in die Häuser gegeben.


Ich bin davon überzeugt: Auch jetzt ist unser Gott der Herr des Geschehens. Ja, ich würde ihn gerne fragen: „Herr, was willst du mit dieser Pandemie sagen, die so viele Opfer fordert?“ Ob er uns sagen möchte, dass wir unser Leben und auch unseren Lebensstil überdenken? Ob er uns daran erinnern möchte, dass wir unser Leben nicht selbst in der Hand haben, sondern dass er es uns geschenkt hat, damit wir verantwortungsvoll damit umgehen? Ob er uns überhaupt unsere Grenzen aufzeigen möchte?


Ich lade Sie ein, gerade in dieser Zeit auf Gott und sein Wort zu hören.


Bernhard Berends, Pastor i.R.

Bernhard Berends, Pastor i.R.